Was macht der Fernseher im Schlafzimmer?

Smiling couple watching tv at home

Wie viele andere Menschen gehöre ich auch zu denen, die technische Entwicklungen gepaart mit einem schönen Design zu schätzen wissen. Wenn ich durch einen Technikmarkt streife, kann es schon mal vorkommen, dass ich verzückt vor dem einen oder anderen Gerät stehen bleibe und versucht bin es zu streicheln, weil es so ästhetisch daher kommt. Das hat auch bei Flachbild- fernsehern kein Ende. Aber wo gehören diese Geräte hin, die zugegebener Maßen an der Wand eine gute Figur machen?

Es gab mal eine Folge Sex and the City, in welcher Mr. Big nachdem Carry und er (nach endlosen Irrungen und Wirrungen) geheiratet hatten eine ehrlich originelle Geschenkidee hatte. Beide hatten sich einige Zeit zuvor einen alten Film angesehen und dabei die Nähe des anderen sehr genossen. Sie haben gelacht und waren sich nah. Dieses Gefühl im Hinterkopf wählte Mr. Big einen großen Flachbildfernseher als Geschenk für Carry und hing diesen im Schlafzimmer auf. Er hatte vermutet, dass sie sich sehr darüber freuen würde. Aber sie war fast ein Wenig schockiert und traute sich erst nach längerem Nachdenken zu sagen, dass sie einen Fernseher im Schlafzimmer nicht mochte.

Natürlich ist dieses Gefühl schön: Man liegt gemeinsam, vielleicht in den Arm des anderen gekuschelt da und schaut gemeinsam einen Film oder eine andere Fernsehsendung. Mit nur noch etwas Restlicht und einem richtig guten Bild kann das etwas von Kino „besonders gemütlich“ haben. Aber was macht das mit dem Ort? Was passiert mit dem Bett auf lange Sicht? Wird es allgemein zum Ort an dem es (nur) kuschelig und gemütlich ist? Wenn man sich kennen lernt ist das Bett meist ein Ort von lustvollem Treiben. Man küsst und berührt sich. Ihr reißt euch vor Verlangen gegenseitig die Kleider vom Leib. Außer euch beiden ist nichts wichtig. Das einzige Flackern in eurer Nähe ist das von Kerzen oder Teelichtern.

Vielleicht läuft Musik, die extra für diesen Moment gewählt wurde? Oder es ist still um euch, nur die Nachttischlampe leuchtet, damit ihr euch beide in die Augen sehen könnt während eure Körper sich immer näher kommen. Ihr habt euch auf diesen Augenblick vielleicht seit Tagen gefreut. Zeit nur für euch zwei und eure Lust aneinander. Gegenseitig zieht ihr euch aus. Im Tempo, das zum Moment passt. Hände streicheln über Brüste, zwirbeln Brustwarzen, Lippen wandern über die Haut des anderen. Während all dieser Handlungen nimmt die Erregung immer weiter zu. Das Sehnen nach dem Partner. Ihm so nah zu sein wie es nur geht, Körper, die miteinander verschmelzen in ihrer Geilheit. Dieser intime Akt zweier Menschen verdient Aufmerksamkeit.

Doch die Praxis? Ich vermute, dass bei vielen Paaren ein Fernseher den Weg ins Schlafzimmer gefunden hat. Nimmt ja kaum Platz weg. Sieht schick aus und es ist ja so gemütlich abends nach einem langen Tag im Bett noch auf den Bildschirm zu schauen. Aber nehmen wir uns damit nicht andere Erlebnisse? Sex braucht doch eine besondere Form von Spannung zwischen zwei Menschen. An diese Spannung erinnert man sich meist nicht wenn die Glotze vor einem flackert, denn dieser Gemütlichkeitsmodus ist oft eher spannungsarm, denke ich.

Also: Wenn der Fernseher schon im Schlafzimmer hängt, dann macht ihn auch mal aus! Genießt Tage in denen ihr einander anders nah kommt als es zwischen der Tagesschau und dem nächsten skandinavischem Krimi vermutlich geschehen wird.

Alternativ könnte man natürlich auch hin und wieder Filme schauen in denen Menschen Sex haben, sei es (für die Phantasie) Soft- oder (eher deutlich) Hardcore. Klar sind Pornos voller Klischees aber manchmal taugt es immerhin zum Appetit holen. Was nicht schlecht ist wenn man sein Objekt der Begierde direkt neben sich im Bett hat.

Wie haltet ihr das mit dem Fernseher im Schlafzimmer?

Schreibe einen Kommentar zu Dorothea Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.