Sex im Alltag: Wie, wann und überhaupt?

Portrait of a young couple sleeping on bed

Es schwirrt uns manchmal so Vieles im Kopf herum, dass ein plötzliches Umschalten auf Sex gar nicht so leicht fällt. Auch wenn ich mich sehr gern mit dieser schönsten Nebensache der Welt beschäftige – sowohl gedanklich als auch ganz „praktisch“, ist da hin und wieder so ein unsichtbarer Block davor. Ein gedankliches Hindernis, das einen in einer Art Komfortzone verharren lässt auch wenn die Möglichkeit eigentlich da wäre.

Es ist vielleicht gerade so „gemütlich“ und du siehst keinen Anlass das zu ändern. Dein Partner liegt neben dir im Bett. Seine Wärme und der vertraute Geruch verströmen Geborgenheit, ein „Zu-Hause-Gefühl“ stellt sich ein. Aber jetzt umschalten auf Aktivität jenseits des Kuschelns fällt schwer. Du siehst keinen Anlass dazu. So vergeht eine Woche. Ihr habt viel zu tun, seht euch wenn nur kurz am Tage und ohne es darauf anzulegen geht auch diese Woche ohne Sex über die Bühne. Wenn es hochkommt mal ein Quickie oder gar ein Blowjob zwischendurch.

Aber dann ordnet sich die erotische Spannung, die früher kurz vor Funkenflug war anderen Ereignissen oder alltäglichen Aufgaben unter. Stellt sich die Frage: Ist das jetzt schlecht?
Nicht generell würde ich sagen – aber wenn einer oder beide merken, dass ihnen „ihr Sex“ fehlt, dann kann das ein guter Grund zum Handeln sein. Wir wünschen uns ja meinst, dass Sex spontan ist und sich aus dem Moment entwickelt. Aber vielleicht kann es auch Spaß machen zu planen – einen bestimmten Tag zu reservieren. Bestimmte Stunden im Termin- bzw. Tagesplan vorab frei zu schaufeln für gemeinsame Zeit in der auch Raum für die gemeinsame Sexualität ist immerhin eine Möglichkeit.

In Sitcoms der 1990er Jahre gab es gern den Running-Gag vom alten Ehepaar, das sich ins Bett legt und er fragt sie, welcher Wochentag sei. Antwortet sie dann: Es ist Mittwoch, werfen sich beide einen Blick zu – löschen das Licht und man weiß, dass beide jetzt „loslegen“ weil Mittwoch ist und sie immer mittwochs Sex haben. Als Teenager habe ich das auch lustig gefunden. Heute denke ich: Wenn das ein Weg sein kann in einer langen Beziehung sich regelmäßig Zeit zu nehmen für Sex, der beiden Spaß macht – warum eigentlich nicht? Vielleicht entsteht ja auch wirklich sowas wie eine Vorfreude auf den gewählten Wochentag?

Was ist dahingegen nicht verstehe ist die Idee: Wenn‘s gerade nicht so viel Spaß macht – grundsätzlich weiter zu machen unter dem Motto „es wird schon besser werden!“

Wenn ich meinen Freund berühre, wir uns küssen und mit der Zeit immer intimere Bereiche unserer Körper gegenseitig mit Händen, Lippen, Zunge und vor allem der gegenseitigen Aufmerksamkeit verwöhnen, wünsche ich mir, dass ihm das ebensolche Lust bereitet wie mir in diesem Moment. Wenn der Kopf gerade nicht frei ist, es gerade nicht passt, dann lohnt es auch mal auf den passenden Moment zu warten – meinetwegen auf Kosten der Regelmäßigkeit.

Oder willst du, dass der Mensch an deiner Seite mit dir schläft, um dir einen Gefallen zu tun? Also ich fänd das ganz schön blöd. Und wenn nur einer gerade Lust hat gibt es ja auch noch andere Möglichkeiten: Einfach die Anwesenheit des anderen genießen während man sich selber Lust verschafft oder sich seine Lieblingsphantasie erzählen zu lassen gehört auch zu gelebter Sexualität finde ich. In jedem Fall soll es Spaß machen, was man zusammen anstellt. Egal wie lang oder kurz ein erregtes Intermezzo dauern mag und welche Ausprägung es hat.

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